
Masken- statt Veranstaltungsproduktion: Seit August produziert HUTHevents Veranstaltungstechnik und -produktion medizinische Atemschutzmasken in Berlin Kreuzberg. Die Entscheidung verlangte Entschlossenheit von Inhaber Lysander Huth und die Bereitschaft zur Weiterbildung von seinem zehnköpfigen Team. Zuerst lief alles gut, die Produktionslinie funktionierte, die Dekra zertifizierte die Masken, und die Presse lobte den Mut des Kreuzberger Unternehmers. Doch dann machte ausgerechnet der mächtige Social Media Konzern Facebook der Überlebensstrategie einen Strich durch die Rechnung. Was ist passiert?
Lysander Huth: „Ich musste mir etwas einfallen lassen, um meine Firma und meine Angestellten durch die Corona-Krise zu retten. Also haben wir im März recherchiert und beschlossen ein Produkt herzustellen, das zu diesem Zeitpunkt überall dringend gebraucht wurde und das auch weiterhin relevant ist: hochwertige Atemschutzmasken, die vor einer Covid-19 Infektion schützen.“
Herausforderungen gab es genug. HUTHevents hat als Production Company weder ein ausgeklügeltes Vertriebssystem noch die Mittel für klassische Werbung. Die Produktionslinie war teuer, die Zertifizierung und die Weiterbildung der Mitarbeiter ebenfalls. Huth: „Wir wollten unsere Atemschutzmasken deshalb zunächst Unternehmen und Hotels im Umkreis anbieten und hatten einen kleinen Betrag für Social Media Anzeigen zurückgelegt. Facebook und Instagram haben aber ein generelles globales Werbeverbot für medizinische Masken verhängt, welches auf unbestimmte Zeit in Kraft ist. Es wäre leicht, unlautere Anbieter von den Anständigen zu unterscheiden. Doch die Mühe macht sich Facebook nicht. Das ist unfair. Wir spüren jetzt, wie viel Macht wir den Plattformen gegeben haben und welche Auswirkungen das auf den Markt hat.“
Lysander Huth griff zur Selbsthilfe und vertreibt seine Masken seither über den maskenshop-berlin.de. „Es ist absurd, aber unsere Masken kosten nicht mehr als der Import eines vergleichbaren Produkts. Sie werden aber unseres Wissens nach deutlich nachhaltiger als in Asien produziert, hohe Stückzahlen sind kurzfristig verfügbar und sie können mit einem Logo oder einer Botschaft bedruckt werden. Nicht zu vergessen, der maskenshop-berlin.de rettet Huth Events und damit zehn Arbeitsplätze durch die Krise.“